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Sehenswürdigkeiten

Alter Markt IfW Nikolaikirche
Berliner Platz - Bootshafen Kieler Kloster Norwegenkai
Botanischer Garten Kieler Yacht Club (KYC) Opernhaus
CAU Kiel Holtenau Ostseeterminal
Dänische Straße - Schloss Kleiner Kiel Rathaus
Hauptbahnhof Kunsthalle Schifffahrtsmuseum
HDW Thyssen Krupp Laboe Schilksee
Hiroshima Park Landeshaus Schlossgarten
Hörn Marinehafen Schwedenkai
IFM Geomar Molfsee Stadtmuseum


Norwegenkai
1959 schlägt der norwegische Reeder Anders Jahre der Stadt Kiel eine regelmäßige Schiffsverbindung Kiel-Oslo vor. 1960 baut HDW die erste M/S „Kronprinz Harald“ mit 7.500 BRT (zehnmal kleiner als die „Color Fantasy“!) Vier Jahre später folgt die ebenfalls bei HDW gebaute „Prinsesse Ragnhild“. Beide Schiffe werden durch immer größere Nachfolger des selben Namens ersetzt. Das Land der Fjorde lockt bald immer mehr Deutsche. Für die Norweger beginnt der Kontinent in Kiel, das an Zugkraft gewinnt, seit 1997 der Norwegenkai in der Innenstadt verlegt wurde – zum Bahnhof sind es (einzigartig in Deutschland) zu Fuß nur fünf Minuten. Am 11. Dezember 2004 trifft M/S „Color Fantasy“ als weltweit größtes Kreuzfahrtschiff mit Autodeck in Kiel ein und wird begeistert empfangen. Am 31. August 2007 verabschiedet sich mit M/S „Kronprinz Harald“ das letzte Fährschiff alter Bauart von Kiel und macht Platz für die „Color Magic“, Schwesterschiff der „Color Fantasy“. Eine neue Epoche des Fähr-Linienverkehrs hat begonnen: attraktive Kreuzfahrt-Kurzreisen mit oder ohne eigenem Auto, in 5-Sterne-Luxuskabinen oder in bequemen 3-Sterne-Kabinen. Kiel-Oslo ist eine beispiellose norwegisch-deutsche Erfolgsgeschichte.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Shopping in Kiel - Kieler HauptbahnhofHauptbahnhof Kiel
Am 31. Mai 1899 weiht der per D-Zug aus Berlin angereiste Kaiser Wilhelm II Kiels neuen Hauptbahnhof ein – einer seiner zahllosen Anlässe, den Reichskriegshafen Kiel zu besuchen. Fertig wird das offiziell Staatsbahnhof genannte Gebäude in Etappen: Anfang 1900 der Mittelbau und die östlichen Teile, 1911 (zeitgleich mit dem Rathaus) der Rest, einschließlich der repräsentativen Kaisertreppe. Nach starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wird Kiels Hauptbahnhof 1950-55 weitgehend instand gesetzt, 1972 zur Segel-Olympiade modernisiert. Seit der Elektrifizierung der Strecke Hamburg-Kiel (1995) enden und starten einige ICE-Züge in Kiel. Ab 1999 erfährt der Bahnhof den größten Umbau seiner Geschichte. Zur Kieler Woche 2004 präsentiert er sich als einer der modernsten und wohl schönsten Deutschlands – rundum gelungen mit Empfangshalle, Service- und Geschäftszeilen. Von der ehemaligen „Kaisertreppe“ haben Reisende einen atemberaubenden Panoramablick auf Kiels Hafenlandschaft, Kreuzfahrt- und Fährterminals.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Hörn
Zur Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover wird das Kieler Projekt Kai-City vorgestellt. Es ist Kiels erste große städtebauliche Befreiung nach jahrzehntelanger Einschnürung durch Werftindustrien, Reichs- und später Bundesbesitz. Mit dem Projekt Kai-City wird Kiels einzigartige Lage an einem bis zur Spitze (Hörn) reichenden Tiefwasserhafen in Etappen umgesetzt. 2001 entsteht am Endpunkt der Förde mit dem Hörn-Campus das erste, repräsentative Gebäude (weitere werden folgen, darunter 2010/11 das „Maritime Science-Center“). Die spiegelnde Glasfront des Hörn-Campus in Form eines Segels versinnbildlicht Kiel-typisch Wind, Wasser und Dynamik. Davor liegt eine weitläufige Panorama-Treppenanlage; sie schließt beide Hörnufer bis zum Germaniahafen und Bahnhof ein – der ideale Campus. Hier finden Festivals und Sportveranstaltungen statt. Auch hier zeigen sich Kiels einmalige Vorzüge: Wasser und Weit für Großveranstaltungen jeder Art bei größtmöglicher Nähe zum Hauptbahnhof und zu den Schiffanlegern. Eine erste Bewährungsprobe besteht die Kai-City 2006 glänzend: eine halbe Million Besucher feiern hier den „Tag der Deutschen Einheit“.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


SchwedenkaiSchwedenkai
Der rote Stena- Schornstein gehört zu Kiels Stadtbild wie der Rathausturm. Die schwedische Stena-Reederei verbindet seit 1967 Kiel mit Göteburg. Aus schwedischer Sicht die die Vorzüge Kiels die Nähe (über Nacht hier) und die Einkaufsmöglichkeiten: direkt vom Schiff kommend ist man in der City. Kiels moderner Hauptbahnhof und die Autobahn sind minutennah. Aus deutscher Sicht gibt es keine entspanntere Art, nach Skandinavien zu kommen: Seefahrt und Skandinavisches Büffet; Ski- und Winterurlaub in Orsa Grönklitt, Fulufjällsbyn, Kläppen und Säfsen. Oder die Märchenprovinz Dalarna, bunte Ferienhäuschen, Elch- und Angelrouten und vieles mehr. Für Kinder gibt es während der Überfahrt viel Spaß (Kinds-Corner, Teens-Tower, Computerspiele). Bis 2010 entsteht in Kiel ein neuer Schwedenkai als kombinierter Fähr- und Kreuzfahrtterminal mit einem zwölf Stockwerke hohen Gebäude. Da Göteburg - Kiel auch die deutlich kürzeste Verbindung auch für Stena-Frachtschiffe ist, die bisher den Umweg Travemünde fahren, sollen vorhandene Gleisanlagen für den Kombi-Fährverkehr und die Blockzüge Schweden – Deutschland – Italien reaktiviert werden. Välkommen till Kiel.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Blick über den BootshafenBerliner Platz – Bootshafen
Bei der Trümmerbeseitigung entsteht bis 1951 zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel ein „Runder Platz“. Zwei Jahre nach dem von Sowjettruppen blutig niedergeschlagenen Ostberliner Arbeiteraufstand wird er am . Juni 1955 in „Berliner Platz“ umbenannt – eine Demonstration der Verbundenheit Kiels mit Berlin und des festen Willens zur Wiedervereinigung als Variante des schleswig-holsteinischen „Op ewig ungedeelt“. Berliner Platz und Bootshafen sind heute beliebte Ruhepunkte im Stadtzentrum. Auch hier zeigt sich Kiels einmaliger städtebaulicher Vorzug: freier Blick auf die Hafen-Skyline, auf Fähr- und Kreuzfahrtschiffe und auf die beeindruckende „Werftlandschaft“ von HDW.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Schifffahrtsmuseum

Schifffahrtsmuseum
In der ehemaligen Fischhalle von 1909 (Architekt Georg Pauli) zeigt das Kieler Schifffahrtsmuseum Objekte aus der langen Geschichte der Seestadt Kiel und ihren maritimen Verbindungen: Seestücke, Galionsfiguren, Schiffbaudetails sowie nautisch- technische Instrumente „Made in Kiel“ (darunter ein Original-Behm-Echolot und ein Anschütz-Kreiselkompass). Unter den Schiffsmodellen ist der in Kiel gebaute „Brandtaucher“, ältestes Unterseeboot der Welt. Die Ausstellung zeigt riesige Marinebilder, Fotos von der Kanaleröffnung 1895, von Kieler-Woche-Ereignissen sowie spektakuläre Momentaufnahmen klassischer Yachtrennen. Über 100 Jahre alte Alltagsgegenstände wie der einst beliebte „Kieler Knabenanzug“ oder eine Gaardener Werftarbeiter-Wohnküche versetzen in vergangene Zeiten.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


HDW KielHDW –Thyssen Krupp
Seit Januar 2005 sind die Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH Teil des Werftverbundes ThyssenKrupp Marine Systems. Deutschlands größte und innovativste Werft ist HDW in Kiel mit rund 2400 Mitarbeitern. Den Weltruf ihrer Werft erarbeiteten Generationen Kieler Schiffbauer mit dem Bau zukunftsweisender Schiffe: 1851 erstes tauchfähiges U-Boot der Welt; 1908 erstes deutsches U-Boot-Hebeschiff; 1911 Einbau des ersten Dieselantriebes; 1950 Umbau von Tankern zu Walfangschiffen; 1953 Supertanker „Tina Onassis“ und Yacht „Christina Onassis“ (aus einer kanadischen Korvette); 1970er Jahre größte Tanker und größte Containerschiffe der Welt; 1968 Übergabe des Atomfrachters „Otto Hahn“; 1982 Polarforschungsschiff „Polarstern“; 1998 Ablieferung des als Fernseh-Traumschiff bekannten M/S „Deutschland“; 2003 Mega-Yacht „Octopus“; 2004 „U 31“ (modernstes Brennstoffzellen-U-Boot der Welt); 2008 Mega-Yacht „A“ des russischen Milliardärs Andrey M.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


RathausRathaus
Nach vier Jahren Bauzeit weiht Kaiser Wilhelm II. am 12. November 1911 das von Hermann Billing entworfene Kieler Rathaus ein. Sein 106 Meter hoher Turm erinnert an Venedigs Campanile – eine Konzession an Wilhelms Geschmack. Im Zweiten Weltkrieg verschonen die alliierten Bomberpiloten den Rathausturm, um ihn als „Peilpunkt“ für ihre weiteren Luftangriffe zu nutzen. Einschüsse und Splitterspuren sind in der Rathausfassade erhalten. Lohnend ist der Blick vom Turm auf das neue Kiel und den Hafen. Wer mag, kann dabei einen der letzten zugelassenen Paternoster benutzen. Vom Rathausbalkon wird die Kieler Woche eröffnet – oder auch mal eine THW-Meisterschaft gefeiert.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Hiroshima ParkHiroshima Park
Sumpfige Teile des Kleinen Kiels werden seit 1862 zugeschüttet und trockengelegt. Am südlichen Ufer entsteht so ein Bauplatz für das 1907 fertig gestellte Stadttheater (heute Opernhaus). Alte Bäume aus jener Zeit spenden Schatten und schmücken den heutigen „Hiroshima-Park“ – der Name soll an die Opfer des Atombombenabwurfs auf die japanische Hafenstadt am 6. August 1945 erinnern. Am Rande des Parks steht ein Gedenkstein für die von den Nationalsozialisten umgebrachten Kieler Sinti und Roma. Das Bismarck-Standbild von Harro Magnussen – 1908 aufgestellt – zeigt einem der beliebtesten Kieler Kunstwerke indigniert den Rücken: „Changing Invisibility“ des dänischen Künstlers Jeppe Hein.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Theater in Kiel - Das Kieler OpernhausOpernhaus
Mit „Fidelio“ wird am 1. Oktober 1907 das von Heinrich Seeling erbaute Kieler Opernhaus eingeweiht. Nach dem Spielverbot für alle Bühnen fällt mit der Operette „Wiener Blut“ am 30. Juni 1944 der Vorhang des bereits schwer getroffenen Hauses. 1952 beginnt der Wiederaufbau. Kallmorgen und Zotzmann gestalten den Innenausbau modern, licht und funktional. Sie statten alle Ränge gleichwertig aus – ein Bruch mit Opernhaustraditionen. Äußerlich weitgehend dem Seelingschen Bau entspricht der Besuchereingang mit Freitreppe und drei Portalen zum Kleinen Kiel. Wiederum mit „Fidelio“ eröffnet das Haus zur Kieler Woche 1953. Zur Segel-Olympiade 1972 wird ein schwarzer Kubus als Betriebsgebäude angefügt. Kiels Opernhaus ist Spielstätte für Oper, Operette, Ballett und Musical. Zum Auftakt der Jubiläumsspielzeit (100 Jahre Theater Kiel) gibt es 2007 eine Neuinszenierung - „Fidelio“.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Kleiner KielKleiner Kiel
Einst war der Kleine Kiel ein sumpfig-seichtes Moor mir einer Verbindung zur Förde an der Stelle des heutigen Bootshafens. Ab etwas 1560 gibt es eine zweite Verbindung in Höhe des Schlossparks (1696 zugeschüttet). Das Moor umschließt sichelförmig den etwa 30 Hektar großen Stadtkern. Ab 1862 verändern Trockenlegungen und Begradigungen die Uferlinie. Gärten und Bebauungen schieben sich heran. Ein prominenter Anrainer ist der Dichter Klaus Groth (1819 – 1899). Bis zum Bau eines hölzernen Fußgängerstegs (1889) verkehrt an der engsten Stelle ein Fährboot. Legendär ist die Fährfrau „Mutter Bahr“ – in ihrem Lehnstuhl sitzend lugt sie am unteren Ende der Fähstraße (heute Legienstraße) mit einem Fernrohr nach Kundschaft. Oft rudert sie Matrosen, die zurück in die Kaserne müssen. 1909 überspannt eine Eisenbetonbrücke den Kleinen Kiel; 2001 wird sie durch die Emil – Lueken – Brücke ersetzt (Lueken war als Kiels legitimer Bürgermeister 1933 von den Nationalsozialisten abgesetzt worden). Von der Brücke und den Ufern des Kleinen Kiel gibt es phantastische Ausblicke auf wasserspiegelnde Bau- und Kunstwerke.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


NikolaikircheNikolaikirche
Spätestens 1242 gibt es im Umkreis des heutigen Alten Marktes neben dem Franziskanerkloster eine Kirche. Es ist ein dreijochiges Backstein-Langhaus mit dreiseitig freistehendem Turm. Etwa 100 Jahre später erhält St. Nikolai nach dem Vorbild der Lübecker Petrikirche ein wesentlich erhöhtes Dach (mit Dachreiter), unter dem ein durchgängiger gotischer Langchor entsteht. Der ebenfall erhöhte und jetzt vom Dach teilumschlossene Turm mit Spitzdach und vier angefügten Ecktürmen bestimmt seither Kiels mittelalterliches Stadtbild. 1878-84 erfolgt eine neugotische Überformung. Die wertvolle Innenausstattung kann im Zweiten Weltkrieg in Sicherheit gebracht werden: der Flügelaltar (1460), das Triumphkreuz (1490), das Bronze-Taufbecken von Hans Apengeter (1344), das Rantzaugestühl (1543), die barocke Kanzel (1705) sowie einige wertvolle Epitaphien. Nach vollständiger Zerstörung am 22. Mai 1944 erfolgt in den 1950er Jahren der Wiederaufbau nach Plänen des Architekten des Gerhard Langmaack. Heute ist St. Nikolai ein vielbesuchter Ort der Sammlung und Einkehr. Kiels Hauptkirche am Alten Markt, am Ende der lebhaften Holstenstraße, ist tagsüber ständig geöffnet.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Kieler KlosterKieler Kloster
Etwa zeitgleich mit der Stadt lässt Graf Adolf IV. von Schauenburg ein Kloster bauen. Ab 1245 bis zu seinem Tode 1261 lebt er dort als Franziskanermönch. 1530 wird das Kloster der Stadt übergeben, die dort ein Alten- und Pflegeheim und vier Jahre später eine Lateinschule einrichtet (Vorläufer der Gelehrtenschule). 1555 werden die Klosterräume als Herberge genutzt und 1665 – nach Gründung der Kieler Universität – als Lehr- und Arbeitsräume. Die Klosterkirche wird Universitätskirche. Noch im 18. Jahrhundert müssen baufällige Teile des Klosters abgebrochen werden. 1903-04 wird die Klosterkirche (Heiligengeistkirche) umgebaut und ein Turm angefügt. Bis auf diesen Turm, Teile des Kreuzganges und das mittelalterliche Gewölbe wird das Kloster im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1950 beginnt der Wiederaufbau. 1994 gelingt es, Kreuzgang und Refektorium das mittelalterliche Aussehen zurückzugeben. Seit 1999 erklingt vom Klosterturm ein von Kieler Bürgerinnen und Bürgern gespendetes Carillon. Die fünf vollen Oktaven der 50 Glocken haben internationalen Standard. Der historische Klosterkomplex ist zu einem der Schmuckstücke Kiels geworden – nur wenige Schritte vom Markt und einer weiteren Sehenswürdigkeit, der Nikolaikirche, entfernt.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Alter MarktAlter Markt
Über Jahrhunderte, bis zum Aufstieg zum Reichskriegshafen 1871, ist Kiel eine eng bebaute Kleinstadt. Im Zentrum der Markt mit Kirche, Rathaus, Ständen, Kontor- und Wirtshäusern. Nur vier Jahrzehnte später eröffnet die Stadt als zwingende Folge des rasanten Wachstums auf über 200.000 Einwohner ein neues, großes Rathaus – weit außerhalb des historischen Stadtkerns. Mit der Rathaus-Einweihung 1911 verliert der Alte Markt seine zentrale Bedeutung. Am 13.Dezember 1943 vernichten Bomben das alte Rathaus, am 22. Mai 1944 die „Pensianischen Häuser“. Damit verliert Kiel seine letzten, historisch wertvollen bürgerlichen Bauten am Alten Markt. Bei der Umgestaltung 1972 werden Reste (Backstein-Kellergewölbe) überbaut. Auch die Würde der Nikolaikirche, die nach räumlicher Distanz verlangt, nimmt die Bebauung wenig Rücksicht.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Kieler Stadtmuseum Warleberger HofKieler Stadtmuseum – Warleberger Hof
Das Stadtmuseum befindet sich im ältesten noch erhaltenen Adelshaus aus dem frühen 17. Jahrhundert inmitten der Kieler Altstadt. Sehenswert sind das Mauerwerk mit dem original erhaltenen Sandsteinportal und die historischen Räume mit Gewölbekeller. In den drei Geschossen des Warleberger Hofes werden Wechselausstellungen zu stadt- und kulturgeschichtlichen Themen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie kritische Grafik und Kunsthandwerk gezeigt.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Shopping in Kiel - Dänische StraßeDänische Strasse – Schloss
Kiels Vorzeigestrasse südwestlich des Schlosses – einst das Tor nach Norden, nach Dänemark und dessen Grenzregion, dem Dänischen Wohld. Von Zerstörungen im Kriege verschont, sind die meisten Häuser in der Dänischen Straße zwar nicht alt, aber höchst ansehnlich erhalten und gepflegt. Zu verdanken ist dies in erster Linie der Kaufmannschaft, der es gelungen ist, die Straße wie eine Marke aufzuwerten. Hier macht es Spaß, zu bummeln, Schaufenster zu gucken und im Kieler Stadtmuseum die Historie zu erkunden. Hier ist der Name Altstadt berechtigt – eine Visitenkarte, die tausende internationale Kreuzfahrtgäste, die in der Saison am Ostseekai ihr Schiff liegen haben, gerne akzeptieren.
Für den spröden Schlossneubau von 1961-65 mit seiner unpassenden Passage zum Rantzau-Bau von 1697 gibt es Umbaupläne, die Konzertbesucher, Kreuzfahrtgäste wie Tagestouristen berücksichtigen. Kieler favorisieren einen Entwurf (Architekt Erhart Kettner), der sich an das historische Aussehen anlehnt. Hier könnte die bedeutende deutsch-dänisch-russische Geschichte Kiels konzentriert werden, ebenso das Revolutionsgeschehen von 1918 und die Rolle der Marinestadt Kiel als Hauptzielhafen und Organisationsplatz der größten Rettungsaktion aller Zeiten (Flucht über die Ostsee ´45)
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Kreuzfahrer in Kiel am OstseekaiKiel – Der Baltische Kreuzfahrthafen
Kiels Cruise Terminal Ostseekai – fast im Stadtzentrum – ist einer der modernsten und beliebtesten Europas. Für die Passagiere bequem (in Abfertigung und Erreichbarkeit mit ICE, Bus oder Auto), für Reedereien und Kapitäne sicher (Kiels windgeschützter, tidenfreier Tiefwasserhafen hat einen legendären Ruf). Die Landeshauptstadt hat sich als idealer Start- und Zielhafen für Nordeuropa-Kreuzfahrten und perfekter Anlaufhafen während einer Kreuzfahrt bewährt. Jährlich legen hier weit über 100 Kreuzfahrtschiffe mit über 200.000 Passagieren an; bis annähernd 15.000 Passagiere werden an einem Tag in Kiel ein- und ausgeschifft. Künftige Kreuzfahrtschiffe mit einer Tonnage von über 100.000 BRZ (noch um ein Viertel größer als die Color-Line-Schwesternschiffe) sind für Kiel kein Problem – der naturtiefe Hafen ist der wohl leistungsfähigste der westlichen Ostsee, was noch ungenutzte Kapazitäten und mögliche Ausbaustufen betrifft.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster, Bild: Seehafen Kiel


Schlossgarten
Kiels ältester Garten entsteht im 15. Jahrhundert. Mitte des 17. Jahrhunderts ist er als Renaissance-„Lustgarten“ überliefert. Schlossherren lassen ihn zum Barock-, später (1839) zum romantischen Englischen Landschaftsgarten umgestalten. Die ältesten Bäume stammen aus dieser Zeit. Als Hofgarten ist er bis 1864 alleiniges Privileg der Schlossbewohner, erst danach allen Kieler Bürgern zugänglich. Der heutige Schlossgarten ist keine Oase der Ruhe wie der Schrevenpark; er ist vom Verkehr umbrandet. Einst reichte er bis an die Fördeufer, wo heute der vielbefahrene Düsternbrooker Weg verläuft und der Ostseekai gebaut wurde. Dennoch ist der Schlossgarten reizvoll: der gepflegte Park enthält bemerkenswerte Kunstwerke – und er eröffnet überraschende Ausblicke auf Kreuzfahrtschiffe und Hafen.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


KunsthalleKunsthalle
Die Kunsthalle zu Kiel wird 1907-09 von dem Architekten Georg Lohr erbaut. Sie ist das einzige deutsche Museum in Meereslage. Als eine in der Christian-Albrechts-Universität (CAU) verankerte Institution des Landes Schleswig-Holstein ist sie seit ihrer Gründung 1855 eng mit dem Schleswig-Holsteinischen Kunstverein verbunden. Bis zu zehn thematische Wechselausstellungen im Jahr, die wissenschaftliche Begleitung und der Aufbau einer auf jährlichen Zuwachs hin angelegten Sammlung zeitgenössischer Kunst gehören ebenso zur Philosophie des Hauses wie der kreative Umgang mit dem gewachsenen Bestand von 1000 Gemälden aus sechs Jahrhunderten, 200 Skulpturen, 40.000 graphischen Werken sowie der von Professor Peter Wilhelm Forchhammer im 19. Jahrhundert begründeten Antiksammlung. Der partnerschaftliche Austausch mit Kunstinstitutionen, Kuratoren und Künstlern weltweit macht die Kieler Kunsthalle zu einem international geschätzten Kooperationspartner. Der Enthusiasmus des Stifterkreises beim Aufbau und Erwerb von Werken der jungen Avantgarde sichert bis heute die Kontinuität diese zeitlosen, sich stets selbst verjüngenden Sammlungkonzeptes.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Alter botanischer Garten KielAlter Botanischer Garten
Der romantische Alte Botanische Garten von1884 liegt gegenüber dem IFM-GEOMAR am Düsternbrooker Weg, nahe der Kunsthalle. Reizvoll ist dessen alter Baumbestand, eingebettet in verschlungenen Wegen, die zu einem Pavillon oberhalb des Gartens führen. Unter dessen schmiedeeiserner Kuppel gibt es laubgerahmte Ausblicke auf die Kieler Förde. Ein Gartenhäuschen und ein Verwaltungshaus aus Kaisers Zeiten stehen wie träumend da. Seltene Singvögel sind da an einem kleinen Teich zu beobachten. Zu den Attraktionen des Parks zählt neben einem Sommer-Mammutbaum ein stattlicher Ginkgo-Baum. Er stammt aus Ostasien, kam dort schon im Unterperm (vor 290 Millionen Jahren) vor. Holländische Seefahrer brachten ihn aus Japan nach Europa, wo er seit 1730 als Zierbaum bekannt ist.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Botanischer Garten der Uni KielBotanischer Garten der Uni Kiel
Den ersten Kieler Botanischen Garten gestaltet 1669 der aus Padua gekommene Johann Daniel Major als hortus medicus (die Botanik war noch Teilfach der Medizin) im Schlossgarten. Es folgen die Gärten Falckstraße (1727), Prüne (1803) und 1884 Düsternbrooker Weg (noch heute erhalten). Der heutige, große Botanische Garten auf dem Campus der Universität wird am 6.Juni 1985 eröffnet. Auf einer Gesamtfläche von etwa acht Hektar sind alle botanischen Schwerpunkte vorhanden: Heil-, Arznei- und Gewürzpflanzen; Bedecktsamer (die heute das Pflanzenkleid der Erde prägen); eine umfangreiche Ökologische Abteilung mit dem thematischen Beeten „Blütenökologie“ und „Ausbreitungsökologie“ sowie einige ökologische Lehrbiotope. Sehenswert auch die zusammenhängenden, großen Gewächshäuser (Tropen-, Nebelwald-, Mediterran- und Subtropenhaus, die Aridhäuser „Amerika!, „Afrika“ sowie das Victoria-Haus, in dem unter anderem die attraktive Amazonas-Seerose „Victoria regia“ wächst. 2008 entstehen vor den Gewächshäusern neue Sukkulenten- Anpflanzungen (Afrika, Amerika und Kanarische Inseln). 2007: zum 300.Geburtstag des großen Botanikers Linné (1707 – 1778) legt die Universität einen hübschen Themengarten an. Nebenbei: das Kieler Universitätsherbarium (internationales Akronym: KIEL) enthält circa 100.000 Belege, die seit mehr als 250 Jahren gesammelt werden; es ist die umfangreichste Pflanzensammlung Schleswig-Holsteins.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


IFM Geomar / AquariumIFM Geomar/Aquarium
Die Stiftung Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel (IFM-GEOMAR) bearbeitet interdisziplinär und international alle wichtigen Bereiche der Meeresforschung von der Geologie des Meeresbodens bis zur maritimen Meteorologie. Forschungsschwerpunkte auf allen Weltozeanen sind: Ozeanzirkulation und der Klimadynamik, Marine Biogeochemie, Marine Ökologie und Dynamik des Ozeanbodens. Hinzu kommen der Exzellencluster „Ozean der Zukunft“ sowie die Sonderforschungsbereiche „Volatile und Fluide in Subduktionszonen“ und der „Klima- Biogeochemische Wechselwirkungen im tropischen Ozean“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. IFM-GEOMAR verfügt über eine leistungsfähige Infrastruktur: vier Forschungsschiffe, das einzige bemannte deutsche Forschungstauchboot JAGO, das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug ROV Kiel 6000, den Tauchroboter ABYSS, meerestechnische Großgeräte, moderne Labore, ein öffentliches Aquarium (an der „Kiellinie“) sowie umfangreiche meereswissenschaftliche Bibliotheken und IT-Services. Die Wissenschaften der Meeresforschung, Zoologie und Ökologie sowie die naturwissenschaftliche Pädagogik wurden Ende des 19. Jahrhunderts im Gebäude des (heutigen) Zoologischen Museums Kiel an der CAU entwickelt. Gründungsort war die Villa Niemeyer an der Kieler Förde bei Mönkeberg.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster



LandeshausLandeshaus
1888 errichten die Architekten Kraft und Lübbert ein monumentales, dreistöckiges Backsteingebäude als Militärakademie für die Kaiserliche Marine. 1949 erfolgt der Umbau zur Landesverwaltung; dabei werden zahlreiche Kriegsschäden beseitigt und Stilelemente entfernt. Seit dem 3. Mai 1950 wird das Gebäude als Parlament genutzt – als einziger deutscher Regierungssitz am Meer. Dessen Lage an Nordeuropas längster Seepromenade wäre eines künftigen Nordstaat-Regierungssitzes mit bewusster Ausrichtung nach Skandinavien, den baltischen Staaten und Russland würdig. Vor der nördlich vom Landeshaus gelegenen Staatskanzlei ist dem berühmtesten Holsteiner Springpferd, Meteor (1943-1966), ein Denkmal gesetzt. Unter Fritz Thiedemann (1918-2000) aus Heide war Meteor mehrfacher Olympiasieger. Das südlich vom Landeshaus gelegene Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr (Architekt G.R. Hense, 1940) war ursprünglich Marine-Intendantur. Für das Baujahr trägt das Gebäude – äußerlich im Stile der NS-Zeit – bemerkenswert üppigen Bauschmuck.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Institut für Weltwirtschaft KielInstitut für Weltwirtschaft (IfW)
Das 1914 in Kiel gegründete Institut für Weltwirtschaft (IfW) ist eines der großen Zentren weltwirtschaftlicher Forschung, wirtschaftspolitischer Beratung, ökonomischer Ausbildung und wirtschaftswissenschaftlicher Dokumentation. Der Öffentlichkeit sind vor allem IfW-Konjunkturprognosen ein Begriff. Es ist der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel angegliedert, ohne ein Teil von ihr zu sein; und es gehört der Wirtschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz an, die Institute und Serviceeinrichtungen von überregionaler Bedeutung vereint. Seit dem 1. Januar 2007 ist das IfW unabhängige Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Schleswig-Holstein. Hauptaufgabe ist die Erforschung innovativer Lösungsansätze für weltwirtschaftliche Probleme als Beratungsgrundlage für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Dazu pflegt das IfW ein Netzwerk aus nationalen und internationalen Experten, deren Forschungsarbeiten in der IfW- Forschungs- und Beratungsaktivitäten einfließen. Das Kieler Institut fördert die ökonomische Aus- und Weiterbildung und kooperiert eng mit der weltgrößten wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Bibliothek ZBW.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Kieler Yacht ClubKieler Yacht Club (KYC)
Ein 1887 von Marineangehörigen gegründeter „Marine-Regatta-Verein“ darf sich ab 1891 „Kaiserlicher Yacht Club“ (KYC) nennen. 1893 verleiht ihm der segelbegeisterte Wilhelm II. einen Stander. 1900 hat der KYC 1420 Mitglieder. Die Industriellenfamilie Krupp, durch die Germania-Werft mit Kiel verbunden, überlässt 1900 dem KYC eine Dependance neben ihrem „Hotel See-Badeanstalt“ (heute IfW) für eine Jahresmiete von einer Goldmark. Davor entsteht ein Yachthafen (Olympiahafen von 1936, heute Sporthafen Düsternbrook). 1910 wird die KYC- Jugendabteilung gegründet. Mit Kriegsbeginn 1914 wird das Segeln eingestellt, das Clubhaus Reservelazarett. 1919: fast das gesamte Vereinsvermögen ist durch Kriegsanleihen verloren. Ein altes Maschinenhaus wird zeitweilig Clubhaus. Mit Unterstützung von Gustav Krupp von Bohlen und Halbach kann der KYC ein neues Clubhaus bauen. 1936 richtet Kiel die Olympischen Segelwettbewerbe aus. Der KYC ist (wie 1972) Hauptorganisator. 1940 wird das Clubhaus beschlagnahmt, das Segeln eingeschränkt. 1946 und 1947 veranstalten britische Marineoffiziere eine „British Kiel Week“ – ohne Deutsche. Erst 1948 gibt es wieder eine Kieler Woche: der KYC darf Flagge zeigen. 1951 besucht Bundespräsident Theodor Heuss den KYC und segelt mit der Jugend. Seither werden wieder internationale Meisterschaften und Regatten in Kiel und vom KYC ausgerichtet, dem renommiertesten deutschen Yachtclub – bereit für eine dritte Segelolympiade in Kiel.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Hindenburgufer-Marinehafen-Gorch Fock

Hindenburgufer – Marinehafen – Gorch Fock
Am Ende des kilometerlangen Hindenburgufers, Nordeuropas längster Seepromenade, liegt der Tirpitzhafen. Das von Tirpitz- und Scheermole zangenförmig eingefasste Hafenbecken wurde 1939 fertiggestellt und inzwischen mehrfach modernisiert. Kiel ist größter deutscher Marinestützpunkt für schwimmende Einheiten an der Ostsee. Der Einsatzstab der Einsatzflottille I in Kiel verfügt über alle Schnellboote, U-Boote, Minenabwehrfahrzeuge sowie spezialisierten Einsatz- und Marineschutzkräfte der Deutschen Marine. In Kiel-Wik sind Trossschiffe und das 3. und 5. Minensuchgeschwader beheimatet. Die etwa 500 Meter lange Tirpitzmole ist auch Liegeplatz des 1958 in Hamburg gebauten Segelschulschiffes „Gorch Fock“. Auf den Auslandsfahrten der Dreimast-Bark erhalten Offiziers- und Unteroffiziersanwärter eine seemännische Ausbildung für ihren späteren Dienst. Am Marinehafen steht der 1943 fertig gestellte „Flandernbunker“. Der dreigeschossige Hochbunker war Flugabwehr- und Notkommando-Zentrale des Kriegsmarinehafens. Seit 2001 nutzt der Kieler Verein „Mahnmal Kilian e.V.“ den unter Denkmalschutz stehenden Bunker als Gedenkstätte für Ausstellungen, Führungen und als Bühne für Aufführungen mit historischen Bezügen.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Christian-Albrechts-Universität
Kiels 1665 gegründete Universität ist die einzige Volluniversität des Landes mit 100 Studiengängen an acht Fakultäten. Derzeit sind über 22.000 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Die Institute verteilen sich kompakt auf Universitäts-Campus (Olshausenstraße), Universitätsklinikum (nördliche Innenstadt) sowie die Technische Fakultät auf dem Ostufer Kiels. Wissenschaftliche Schwerpunkte der CAU liegen in den Meeres-, Lebens- und Nanowissenschaften sowie in der Erforschung menschlicher Gesellschaften in Landschaften. Renommierte Einrichtungen wie das Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR und das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) sind der CAU angegliedert. Namhafte Wissenschaftler haben in den letzten drei Jahrhunderten hier gelehrt und geforscht, darunter die Nobelpreisträger Max Planck und Otto Diels.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Leuchtturm Kiel - HoltenauKiel-Holtenau
Das Dorf Holtenau an der Förde gibt es mindestens seit dem 15. Jahrhundert. Bis 1570 sind die Bauern Untertanen der Knooper Gutsherren, bis 1789 deren Leibeigene. Als solche haben sie Spanndienste und Abgaben zu leisten, unterstehen aber auch dem Schutze ihres Gutsherrn. Weniger der noch mäßig befahrene, 1779 fertiggestellte „Schleswig-Holsteinische Canal“ (Eiderkanal) als der seit 1895 eröffnete „Kaiser-Wilhelm-Kanal“ geben dem Dorf Wachstumsschübe: Kanalbeamte, Lotsen, Kapitäne, Seeleute, Kohlen- und Schiffsprovianthändler ziehen nach Holtenau. Im Norden entsteht ein „Fort Holtenau“ zum Schutze der Friedrichsorter Festung, im Süden wächst der Reichskriegshafen Kiel stürmisch weiter – mit Militär- und Hafenbauten auf der anderen Kanalseite, in der Wik.


Kieler Schleusenanlagen am Nord-Ostsee-Kanal

Schleusen/Nord-Ostsee-Kanal
Kleine (alte) Holtenauer Schleusen: Hier mündete das Flüsschen Levensau in die Förde, ebenso der Eiderkanal. Beide Schleusenkammern sind 125 Meter lang und 22 Meter breit (Tiefe 9,80 Meter). Diese alten Schleusen waren bereits ein Jahr vor Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (1895) betriebsbereit. Im Gegensatz zu den neuen Holtenauer Schleusen, die durch Schiebetore verschlossen werden, schließen hier Stemmpaartore die Schleusenkammern. 1973-75 wurden die alten Holtenauer Schleusen erneuert. Sie entlasten die Hauptschleusen, indem hier weiterhin kleinere Schiffe ein- und ausgeschleust werden.
Am 14. Juni 1914 weiht Kaiser Wilhelm II. die neuen Holtenauer Schleusen ein. Zu jener Zeit waren es die größten der Welt, ausgelegt für die Kaiserliche Marine. Ihre Kammern sind 330 Meter lang und 45 Meter breit bei 14,10 Metern Sohlentiefe. Die Schleusen in Holtenau und Brunsbüttel gleichen sieben Zentimeter Gezeitenunterschied aus, vor allem aber die erheblich schwankenden Wasserstände der Kieler Förde und der Elbmündung. Das Schleusen dauert etwa 45 Minuten. International wird nur vom „Kiel-Canal“ gesprochen.


Olympiahafen SchilkseeOlympiazentrum Kiel-Schilksee
Mit der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 1972 (entschieden am 26.April 1966) wird Kiel zum zweiten Male (nach 1936) Olympiastadt – trotz einer massiv für Travemünde eintretenden Lübeck-Hamburger Lobby. Den Ausschlag gibt das in allen Kriterien bessere Kieler Segelrevier und die große Kieler-Woche- Erfahrung der Segelclubs um den KYC. Das bis zur Segelolympiade (Start am 28.August 1972) fertig gestellte Schilkseer Leistungszentrum wurde 2009 modernisiert. Für die Olympia-Vorbereitungen 2012 hat der Deutsche Seglerverband (DSV) Kiel-Schilksee als Deutschlands alleinigen und zentralen Trainingsort bestimmt. Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Laboe
Vom slawischen Fischer- Baunerndorf „Lubodne“ (Schwanenort) zu einem der bekanntesten deutschen Bäder – das ist Laboe. Um 1200 kommen siedlungswillige Bauern an den Platz der Förde, Tiel der fruchtbaren Probstei. 1644 marodieren aufeinander treffende dänische und schwedische Truppen und brennen das Dorf bis auf zwei Häuser nieder. Ein ähnliches Schicksal trifft die 1872 gebaute Laboer Windmühle, einen Galerie-Holländer: 1904 abgebrannt, zwei Jahre später neu aufgebaut und 1914 nochmals abgebrannt – jetzt aus Willkür, vom eigenen Militär, um den erwarteten Feind nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges „keine Peilung“ zu bieten. Die heutige Mühle mit Café-Restaurant und herrlichen Ausblick von 1923.
Für die Kaiserliche Marine in Kiel hatte Laboes Mühle um 1900 noch eine andere Bedeutung, Ein Pfiff mit der Bootsmannsmaatenpfeife und der Ruf „Der Bäcker von Laboe ist da!“ bedeutete: Freiwache’ raus zur Übernahme frischer Brötchen als Bordverpflegung.
Der Laboer Bäcker kam per Boot, wie 50 Jahre zuvor schon Beeke Sellmer. Die Laboer Fischerfrau hatte 1857 die erste regelmäßige Schiffsverbindung Laboe – Kiel mit einem offenen, zweimastigen Segelboot für Fracht und Passagiere eröffnet. Bei Gegenwind (meistens Richtung Kiel) mussten die zahlenden Passagiere zu den Riemen greifen und mitrudern. Seid 1875 ist Laboe Ostseebad. Mit Kiels Entwicklung zur Großstadt kamen immer mehr Gäste. Heute ist Laboe ein beliebtes Osteebad mit über 2000 Gästebetten. Es bietet in der Tat viel: einen rund drei Kilometer langen Kurstrand mit Meerwasserhallenbad; einen dreiteiligen Hafen (Museums-, Fischerei- und Yachthafen); attraktiven Wassersport (Segeln, Surfen, Kitesurfen, Beachvolleyball und Hochseeangeln) – und das zweifellos schönste Panorama deutscher Küsten mit vorbeiziehenden Schiffen auf einer der meistbefahrenden Schifffahrtsrouten der Welt. Weitere Attraktionen: die Laboer Meeresbiologische Station mit 30 Aquarien Osteefauna und - für viele Urlauber ein Höhepunkt – eine Mini-Kreuzfahrt mit dem Hafendampfer nach Kiel, dem großen Kreuzfahrt- und Fährhafen, zu einem Einkaufs- und Stadtbummel.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster


Freilichtmuseum Molfsee
Norddeutschlands größtes Freilichtmusem in Kiel-Molfsee besteht seit 1965. Auf 60 Hektat leicht hügeligem Gelände sind um einen zentral gelegenen großen Teich über 70 historische Gebäude schleswig-holsteinischer Landschaften originalgetreu aufgebaut. Darunter das älteste Bauernhaus von 1569, Wind- und Wassermühlen, eine alte Meierei, eine Land-Apotheke, ein historischer Jahrmarkt, zahlreiche landwirtschaftliche Gebäude sowie Geräte und Fuhrwerke aller Art und Perioden. Ein Rundgang durch Molfsee vermittelt alte bäuerliche Traditionen und gibt Einblicke in das Leben auf dem Lande in der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, als bis zu 90 Prozent der Menschen in der Landwirtschaft tätig waren. Alljährlich gibt es große Herbst-, Gärtner- und Bauernmärkte mit authentischen Vorführungen alten Handwerks.
Quelle: Bildband „KIEL“ von P. Schuster